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Historie

Die Geschichte der HVB Wiest+Schürmann Hechinger Verkehrsbetriebs-gesellschaft mbH reicht mehr als 85 Jahre zurück. Aus den kleinen Anfängen als regionales Transport- und Taxiunternehmen mit Sitz in Hechingen erwuchs ein erfolgreicher Omnibusbetrieb mit mehr 30 Mitarbeitern.

Lesen Sie mehr über die bewegte Geschichte des Hechinger Busunternehmens und den Aufbau nach den schweren Kriegsjahren, lassen Sie sich zurückversetzen in die Zeit der ersten düsenbelüfteten Reisbusse und verfolgen Sie die Entwicklung hin zum heutigen modernen Omibusbetrieb.

1. Bus 1928
Magirus 1938

1938-1945

Die Wirren des zweiten Weltkrieges gehen auch an dem jungen Busbetrieb nicht spurlos vorbei. Firmenchef Friedrich Wiest wird 1939 zur Wehrmacht eingezogen und fällt fünf Jahre später an der Front. Während dieser Zeit betreibt seine Frau Selma das Geschäft mit den wenigen verbliebenen Bussen weiter. Die Wehrmacht requiriert die meisten Fahrzeuge für Kriegszwecke. Nur ein Bus bleibt im Betrieb: In einer Ecke des Gartens haben ihn die Wiests versteckt. Er bildet das Startkapital für den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Schürmann
Stadtbus 1948

1950-1957

Anfang der 50er-Jahre führt Wiest+Schürmann die erste eigene Stadtverkehrslinie in Hechingen ein. Omnibusse mit luftgekühltem Motor von Magirus aus Ulm prägen den Fuhrpark dieser Zeit. Erste abenteuerliche Reisen führen auf schlechten Wegen über die Alpen in das sonnige Italien.

Der Neoplan SF6/7 war 1958 einer der modernsten Reisebusse mit 120 PS starkem Heckmotor.
Wartung und Pflege in der eigenen Werkstatt gehörten schon damals zur täglichen Routine.

1969-1971

Nach einigen Jahren in der Industrie steigt Willi Wiest in das elterliche Busunternehmen ein. Die steigenden Schülerzahlen fordern einen intensiven Busverkehr - das Geschäft wächst weiter. Schon früh setzt sich das Hechinger Unternehmen für neue Lösungen für mehr Buskomfort ein. Anfang der 70er-Jahre dreht ein Stadtlinienbus mit tiefer gelegtem Einstieg seine Runden durch die Zollerstadt - einer der ersten Niederflurbusse in Deutschland.

1975-1978

Der wachsende Schülerverkehr und weitere Linien hinterlassen ihre Spuren im Fuhrpark. 1975 sind in Hechingen zwei Omnibusse mit bis dahin ungekannter Größe zu sehen: Die 18 Meter langen Gelenkbusse, wegen ihres Faltenbalges auch Zieharmonika-Busse genannt, können jeweils bis zu 100 Personen gleichzeitig befördern. Doch nicht nur der Schülerverkehr wächst, auch das Reisegeschäft floriert und so gründet man 1978 das Reisebüro Wiest + Schürmann und schreibt selbst organisierte Busreisen aus.

1989-1997

Wieder sorgen Busse von Wiest + Schürmann für Aufsehen. Geradezu utopisch wirken die neuen Reisebusse des niederländischen Herstellers Bova, die 1989 erstmals in Hechingen zu sehen sind. Der Name dieser Busse ist Programm: Futura. Der Erfolg dieser Busse gibt dem Hersteller und den Hechinger Busunternehmern recht. Immer wieder erneuert, bilden die komfortabel ausgestatteten Fahrzeuge dieses Typs auch heute noch den Kern der HVB-Reisebusflotte. Mit den selbst organisierten und im Katalog ausgeschriebenen Busreisen ist es allerdings ab 1990 vorbei. HVB Wiest + Schürmann konzentriert sich ganz auf Gruppenreisen mit Mietomnibussen - heute eine der Kernkompetenzen des Unternehmens.

1928-1937

Im Jahr 1928 gründet Johann Wiest ein Transportunternehmen in Hechingen. Für 19.000 Reichsmark kauft er einen Opel mit einer Karosserie von Wendler und betreibt damit den ersten Linienverkehr vom Bahnhof in die Hechinger Oberstadt. Keine 10 Jahre später steigt sein Sohn Friedrich Wiest in das Geschäft ein und ist in der Zollerstadt fortan als Bus- und Taxiunternehmer bekannt. Das Geschäft floriert und so erweitert man den Betrieb und zieht aus der Löwenstraße in die Heiligkreuzstraße, wo das Unternehmen noch bis in die siebziger Jahre hinein seinen Sitz hat.

1946-1949

Nach dem Krieg lernt Selma Wiest den Starkstromanlagen-Fachmann Wilhelm Schürmann kennen. 1948 heiraten die beiden und beginnen gemeinsam mit dem Wiederaufbau des Busunternehmens - anfangs auch noch mit Lkw-Transporten. Morgens und abends befördern die Busse die Arbeiter aus Hechingen und Umgebung zu ihren Arbeitsstellen in den Strickereien und Schneidereien in Tailfingen und Onstmettingen auf der Alb und wieder nach hause.

1958-1968

Mit dem Stadtverkehr, Arbeiterlinien und Reiseverkehren profitiert auch Wiest+Schürmann von der Wirtschaftswunderzeit. Der Fuhrpark umfasst nun schon zehn bis zwölf Fahrzeuge. Einige von Mercedes-Benz, doch ab 1958 kommt der erste Neoplan nach Hechingen und begründete eine lange Neoplan-Tradition im Hause Wiest + Schürmann. Der SF6/7war zu seiner Zeit ein sehr modernes Fahreug mit Einzelradaufhängung vorn und Motor im Heck. 1961 stellte Neoplan den "Typ Hamburg" vor. Schon wenig später fuhr diese Modell auch bei uns und brachte mit seinem eigens entwickelten weichen Busfahrwerk und der ersten Düsenbelüftung für die Passagiere einen großen Komfort-Gewinn gegenüber den auf LKW-Rahmen aufgebauten Bussen der 30er- und 40er-Jahre.

1969 rollte der erste Reisebus mit eingebauter Toilette im Fuhrpark. Der Toilettenraum befand sich im Heck des Mercedes-Benz O302.

1972-1974

1972 tritt auch der zweite Sohn Manfred Schürmann in den elterlichen Betrieb ein. Noch im selben Jahr steht der Kurs auf Expansion. Ein Förderprogramm der Landesregierung erlaubt den Bau eines neuen Betriebsgeländes im neu erschlossenen Industriegelände in der Brunnenstraße 11.  Im Mai 1974 zieht die Hechinger Verkehrsbetriebsgesellschaft (HVB), wie sich das Unternehmen jetzt nennt, in die neuen Räumlichkeiten.

1979-1988

Willi Wiest und Manfred Schürmann engagieren sich früh in der Arbeit der Busunternehmerverbände und so kommt es, dass die Hechinger Bevölkerung in den 80er-Jahren erneut Zeuge einer Neuentwicklung bei den Omnibussen wird. Mit Unterstützung des Bundesforschungsministerium entwickeln Busunternehmer und ?hersteller gemeinsam einen Standard-Überlandlinienbus. Zwei der zehn Prototypen - Neoplan Ü80 - gehen in der Zollerstadt auf Versuchsfahrt. Zur Übergabe der zwei Fahrzeuge kommt hoher Besuch: Der damalige Bundesforschungsminister Andreas von Bülow weiht die beiden Fahrzeuge ein. Auch im Reiseverkehr vertrauen Wiest und Schürmann gerne auf die busbauerischen Fähigkeiten des Stuttgarter Herstellers Neoplan. Die wenigen Reisebusse von Mercedes-Benz und MAN bilden in den 80er Jahren die Ausnahme im Fuhrpark.

1998-2007

1999 bereiten Willi Wiest und Manfred Schürmann eine weitere Expansion vor. In Villingen-Schwenningen übernimmt HVB Wiest + Schürmann das heutige Schwesterunternehmen Stadtverkehr GmbH mit 40 Mitarbeitern und 20 Linienbussen. Mit dem Ausscheiden von Willi Wiest und dem Eintritt seines Sohnes Frank Wiest in die Geschäftsführung übernimmt ab 2001 die vierte Generation Verantwortung für das Familienunternehmen.

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